Christoph Steker
Abglanz und Utopie
W. G. Sebald und die Pflanzen
Der Widerstand der Pflanzen und das mögliche Glück der Menschheit – Sebald gegen den Strich gelesen.
Dieses Buch setzt einen Kontrapunkt zu dem vertrauten Bild, das wir vom melancholischen Meister der Wörter W. G. Sebald haben. Zwar wiegt die fortwährende Beschäftigung seiner Texte mit Leid und Zerstörung schwer, aber in ihnen keimt doch immer wieder auch Hoffnung, nicht selten an den trostlosesten Orten. Sieht man genau hin, wuchern überall in Sebalds Schriften die Pflanzen, nicht nur als Beiwerk einer ernüchternden Bestandsaufnahme, sondern als poetische Bilder von eigenem Wert: Die Welt der Pflanzen durchdringt sein ganzes Werk, in den erinnerten Allgäuer Kindheitslandschaften genauso wie in den Beschreibungen der zivilisatorischen Brachen der 90er-Jahre. Diese umfassende Studie macht klar: Ausgehend von der großväterlichen Naturlehre, die Sebald in jungen Jahren erfahren hat, ist sein gesamtes literarisches Schaffen geprägt von einer Pflanzenästhetik des Widerstands, die in der Solidarität des Menschen mit seiner natürlichen Umwelt die naturethische Bedingung für ein gelingendes gesellschaftliches Zusammenleben der Zukunft erkennt. Wie all das sich erklärt und zusammenhängt, ist in diesem Buch zu lesen.
ca. 500 Seiten
gebunden, Leseband
12,5 × 20,5 cm
(D) € 48,00, (A) € 49,30, Fr. 62,50 (UVP)
ISBN 978-3-946595-54-0
Erscheinungstermin: September 2026
Auch als E-Book erhältlich
Christoph Steker, Jahrgang 1984, ist Literaturwissenschaftler, Lektor und Projektmanager. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Köln und Prag und leitet seit 2015 das Programm des C. W. Leske Verlags. Er ist Herausgeber der Reihen »Bibliothek der Archive« und »Kometen der Moderne« und war Mitherausgeber von Künstler, Kunden, Vagabunden. Texte, Bilder und Dokumente einer Alternativkultur der zwanziger Jahre (2020). Neben Aufsätzen in Sammelbänden ist von ihm auch ein weiteres Buch zu Sebald erschienen: Böhmische Erinnerungsräume in W. G. Sebalds »Austerlitz« (2015). Er lebt und arbeitet in Köln.

