Uwe Schütte (Hrsg.)
Mensch – Maschinen – Musik
Das Gesamtkunstwerk Kraftwerk

Eine umfassende Bestandsaufnahme nach mehr als 40 Jahren Mensch-Maschinen-Musik: Die Band Kraftwerk zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Düsseldorfer Bahnhofsviertel und MoMA, New York. Mit einem Vorwort von Stephen Mallinder (Cabaret Voltaire). 

NEUE, KENNTNISREICHE UND KRITISCHE PERSPEKTIVEN auf das künstlerische Projekt Kraftwerk, das die Band aus dem Kling-Klang-Studio in die bedeutendsten Museen der Welt führte, prägen die Beiträge dieses mit raren Interviews und Zeitschriftenartikeln angereicherten Essaybandes. Sie beleuchten entlang der Diskografie die zentralen Themen der jeweiligen Schaffensphasen und stilbildende Alben wie Autobahn, Die Mensch-Maschine und Computerwelt in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext. Anhand werkübergreifender Aspekte verorten weitere Essays Kraftwerk als multimediales Phänomen im kulturgeschichtlichen Hallraum von Pop Art und Konstruktivismus, technischer Innovation und künstlerischer Avantgarde. Ein Gespräch zwischen Alexander Kluge und Max Dax, ein Interview von Olaf Zimmermann mit Ralf Hütter und historische Features über Kraftwerk erweitern den Band zu einer noch größeren Umschau.

Kraftwerk wurde 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Singulär für eine deutsche Band ist die globale Wirkung infolge des von ihr ausgelösten Paradigmenwechsels – der elektronischen Erzeugung von populärer Musik. Die Düsseldorfer Maschinenmusik trug damit wesentlich zur Entstehung heute dominierender Genres wie Rap und House/Techno bei. In Kraftwerks Konzeptalben spiegeln sich zudem politische, ökonomische und soziale Entwicklungen der deutschen bzw. europäischen Nachkriegsgeschichte, wobei gerade die künstlerische Reflexion des technologischen Fortschritts für die unverminderte Relevanz der Konzeptkunst dieser Band sorgt.

In diesem Buch zu lesen: Ulrich Adelt, Max Dax, Heinrich Deisl, Alexander Harden, Ralf Hütter, Marcus S. Kleiner, Alexander Kluge, Pavel Kracík, Alke Lorenzen, Stephen Mallinder, Didi Neidhart, Sean Nye, Christopher Petit, Melanie Schiller, Ingeborg Schober, Eckhard Schumacher, Uwe Schütte, Enno Stahl, Jost Uhrmacher, Johannes Ullmaier, Axel Winne, Olaf Zimmermann.

Herausgegeben von Uwe Schütte
368 Seiten
gebunden
Fadenheftung, Leseband
12,5 x 20,5 cm
(D) € 24,90, (A) € 25,60, sFr 32,00 (UVP)
ISBN 978-3-946595-01-4

Auch als E-Book erhältlich

Pressestimmen

»Dutzendfach wurden sie schon analysiert zwischen Buchdeckeln, trotzdem ist der Kosmos von Kraftwerk so vielfältig und so voll, dass man immer wieder Neues entdecken kann. So ging es mir jedenfalls bei der Lektüre des Bandes Mensch – Maschinen – Musik.« – Oliver Schwesig, Deutschlandfunk Kultur

»Medien- und Musikexperten beleuchten in ihren Originalbeiträgen den Mythos Kraftwerk aus denkbar vielen Perspektiven … Trauerarbeit, Liebeserklärung oder kritische Bestandsaufnahme? Der Essay-Band Mensch – Maschinen – Musik gibt vieles her. Eine Reise durch die Denk- und Klangwelten der Formation Kraftwerk.« – Sven Ahnert, WDR 3

»Die Anthologie verbindet akademische Analyse mit popkultureller Leichtigkeit, bleibt dabei durchgehend lesbar und dürfte generelle Anknüpfungsmöglichkeiten sowohl für ausgewiesene Kenner*innen und Fans von Kraftwerk als auch für interessierte Neueinsteiger*innen bieten. Ein hervorragender Einstieg und eine fundierte Vertiefung, um die einstige Musik der Zukunft wieder neu zu entdecken.« – Christoph Benkeser, skug Musikkultur

»Mit Mensch – Maschinen – Musik liegt ein Sammelband vor, der einen profunden Beitrag zur akademischen Beschäftigung mit der international wirkungsmächtigsten deutschen Band darstellt.« – Timor Kaul, pop-zeitschrift

»Die Beiträge, die sich den einzelnen Alben der Gruppe oder thematischen Aspekten (Analyse der Texte, Kraftwerk als Mythos) widmen, sind informativ und kenntnisreich geschrieben und nicht primär für ein akademisches Publikum, sondern vor allem für Fans interessant.« – Sebastian Fasthuber, Falter

schuette_uwe-c-David-Sailer-Images-2016© David Sailer IMAGES 2016

DER HERAUSGEBER

Uwe Schütte, Jahrgang 1967, hat 1996 an der University of East Anglia bei W. G. Sebald über den österreichischen Autor Gerhard Roth promoviert. Er ist Privatdozent und lehrt als Reader in German an der Aston University in Birmingham, UK. Literaturwissenschaftler, Kulturessayist, Musikjournalist. Er lebt in Berlin und ist Autor sowie Herausgeber von rund zwanzig Büchern, hinzu kommen Dutzende Essays und unzählige Artikel sowie Rezensionen in den Bereichen Literatur und Pop in Publikationen des deutschsprachigen Raums, insbesondere Spex, Volltext, Wiener Zeitung, Der Freitag und Times Higher Education. Zuletzt erschienen: Interventionen. Literaturkritik als Widerspruch bei W. G. Sebald. München: Edition Text + Kritik 2014; GODSTAR. Der verquere Weg des Genesis P-Orridge. Wien: Der Konterfei 2015 (Neufassung 2018); Über W. G. Sebald. Beiträge zu einem anderen Bild des Autors (Hg.). Berlin: De Gruyter 2016; German Pop Music. A Companion (Hg.). Berlin: De Gruyter 2017; Gesamtkunstwerk Laibach. Klang, Bild, Politik (Hg.). Klagenfurt: Drava 2018. 2019 erscheint von ihm eine englischsprachige Kraftwerk-Einführung im Penguin Verlag.