Dorit Funke, Mona Körte, Marius Littschwager,
Joachim Michael, Nils Rottschäfer (Hrsg.)
Aufruhr verZeichnen
26 literaturwissenschaftliche Einsprüche

Aufsässigkeit, Einspruch, Kurswechsel: 26 Essays versammeln kritische ­Reflexionen zur Literaturwissenschaft in ihrer geistesgeschichtlichen Tradition und ihren ­aktuellen institutionellen Ausprägungen. Sie setzen Impulse zu Aufbrüchen im Geist der Manifeste mit der Lust am Neuen und Visionären.

Die Beiträge dieses Bandes formulieren ein Unbehagen an den Gewissheiten und Auto­matismen der wissenschaftlichen Praxis. Einer der Texte spricht sich buchstäblich für eine Sichtbarkeit des Übersetzens und der Übersetzenden im wissenschaftlichen Tun aus, ein weiterer ­feiert die Schreiblust als Wanderlust, bis sich die Bäume unter die Buchstaben mischen, und ein ­dritter Beitrag empfiehlt – am Beispiel des Bielefelder »Colloquiums Neue Poesie« (1978–2003) – Mani­feste auf der Folie spätmoderner Ästhetik nicht prospektiv, sondern reflexiv als ­Mittel histo­rischer ­Erkenntnis zu lesen. Die hier formulierten Einsprüche erinnern lustvoll an die Manifeste der Avantgarde, die nach Art eines aufsässigen Genres die Krise zu ihrem Wesenszustand ­erklärten, und greifen u. a. Debatten der Kritischen Theorie, des Poststrukturalismus, der Rezeptions­ästhetik und der Psychoanalyse auf.

In diesem Band zu lesen:
Gigi Adair, Jan Andres, Julia Andres, Alexandra Berlina, Patricia Bollschweiler, Wolfgang Braungart, Holger Dainat, Ulrike Draesner, Dorit Funke, Atahualpa García Ibarra, Lutz Graner, Markus Hallensleben, Berenike Herrmann, Lore Knapp, Mona Körte, Anna Lenz, Marius Littschwager, Sebastián Martínez Fernández, Joachim Michael, Elisa Ronzheimer, Nils Rottschäfer, Laura Säumenicht und Florian Stühlmeyer, Jochen Sauer, Sebastian Schönbeck, Paula Wojcik, Benedikt Wolf.

252 Seiten
Broschur
13,5 × 21,5 cm
(D) € 24,00, (A) € 24,70, sFr 31,50 (UVP)
ISBN 978-3-946595-40-3

Über das Projekt
Die Idee zum Buch Aufruhr verZeichnen geht zurück auf eine Internationale Werkstatt mit dem Titel 
»The Pleasures of Studying Literature« an der Universität Bielefeld im Jahr 2021. Neben Literatur­wissen­schaftler:innen unterschiedlicher Fachgebiete begaben sich auch Autorinnen, darunter ­Ulrike ­Draesner, in ­Lesung und Gespräch auf unsicheres Terrain. Für die Publikation formulierten die Beteiligten ­tentative Neupositionierungen. Ohne viel Ehrfurcht und Zurückhaltung eröffnen Manifeste mit ihrer teils versteckten, teils offenen Programmatik Möglichkeitsräume und schaffen sich eigene Geltungsbedingungen. Aus dem Geist des Handgreiflich- und Offenbarmachens, der die Vokabel »manifestus« umgibt, ­entwickelte sich dieses Buchprojekt.